Kofferen

Wann der Ort genau entstanden ist, kann nicht festgestellt werden. Wahrscheinlich geht die Entstehung bis in die Römerzeit zurück.

Seit dem 15. Jahrhundert gehörte Kofferen zum Amt Boslar und unterstand dem Herzog von Jülich. Der Name des Ortes ist auf „Kuofa“, dem althochdeutschen Begriff für „Kufe“ zurückzuführen. Daher muss Kofferen für das Kufenmacherhandwerk bekannt gewesen sein.

Eine weitere Tradition der Kofferaner ist die Musik. Das Ortswappen zeigt zwei Trompeten, Notenlinien und Noten, so dass auf eine lange Tradition eines Musikantendorfes geschlossen werden kann. Diese Tradition wird heute durch den Trommler- und Pfeifercorps Kofferen 1970 fortgesetzt.

Die Dorfgeschichte weist noch eine weitere, viel ältere Tradition auf. Kofferen soll eine sehr frühe Stätte der Christianität im Jülicher Land gewesen sein. Es war früher Brauch, die Leichen aus umliegenden Ortschaften als Ausdruck der Gläubigkeit und Gottesverehrung in Kofferen zu begraben.

 In der Ortschaft Kofferen leben heute 443 Menschen.

etwas Besonderes aus Kofferen

Im Jahr 2000 hat die freiwillige Feuerwehr Kofferen den größten Schwibbogen der Welt gebaut. Dies wurde durch einen Eintrag ins "Guinness Buch der Rekorde" amtlich beurkundet.

 

Schützenfest der St. Margaretha Schützenbruderschaft Kofferen e.V.

Jedes Jahr in der Sommerzeit feiert die St. Margaretha Schützenbruderschaft Kofferen ihr Schützenfest. Eine traditionelle Besonderheit dieses Schützenfestes ist, dass die Majestäten über die Kirmestage hinweg neu ermittelt werden und an jenem Abend  auch schon der Prinzen- bzw. Königsball stattfindet.

Am Sonntag und am Montag werden die Schülerprinzenwürde, die Wanderplakette und die Prinzenwürde ermittelt. Am Abend des Montags laden diese dann auch schon zum traditionellen Prinzenball ein.

Der nächste Tag beginnt mit dem Frühschoppen im Festzelt, hat seinen Höhepunkt bei dem Schießen um die Königswürde und endet mit der Ehrung der Majestäten im Festzelt und dem anschließenden Festzug durch den Ort.

Im Festzelt findet dann am Abend der Königsball mit der traditionellen Polonaise und anschließender Damenparade statt.

Die Musikantensprache

Eine weitere Besonderheit der Ortschaft Kofferen ist die Musikantensprache, die jahrhundertelang in Kofferen gesprochen wurde. Hierzu hat Herr Leo Schmitz, der für seine Arbeit mit dem Rheinlandtaler des Landschaftsverbandes Rheinland ausgezeichnet wurde, folgendes geschrieben:

Heute möchte ich auf die Musikantensprache und besonders auf deren Entstehung eingehen, auf daß sie nicht in Vergessenheit geraten möge.

Nachforschungen haben ergeben. daß etwa Anfang bis Mitte des 18. Jahrhunderts der Beruf des Musikers in Kofferen seinen Einzug hielt. Von da an entwickelte sich die Geheimsprache.

Zu Beginn der Zeit des Musikantentums in Kofferen werden Gruppen oder Kapellen in der näheren Umgebung zu Kirmessen oder kirchlichen Festen aufgespielt haben. Nach und nach wurden sie aber auch in der weiteren Umgebung bekannt, und so kam es auch, daß sie zum Karneval in Köln und bei den großen Schützenfesten in Neuss verpflichtet wurden. Im Jahre 1983 vernahmen die Heimatfreunde Kofferen von dem damals noch lebenden Zirkusdirektor Franz Althoff, daß Kofferener Kapellen engagiert wurden, wenn der Zirkus im Rheinland gastierte. Kleinere Gruppen waren vor allen Dingen auf auswärtigen Festen, Jahr- und Viehmärkten anzutreffen, wo sie auch mit anderen Berufsgruppen und auch mit dem fahrenden Volk zusammentrafen.

Diese Gruppen sprachen in der Regel irgendeinen rotwelschen Dialekt. Heute finden wir in der Kofferener Geheimsprache anderen Geheimsprachen entlehnte Wörter, die gleich oder ähnlich dem Jiddischen, dem Jenischen, dem Rotwelschen oder dem Zigeunerischen sind. Ja sogar aus dem Französischen, dem Niederländischen und dem Lateinischen sind Wörter entlehnt.

Überliefert wurde auch, daß Musikanten aus dem Eichsfeld in Thüringen, östlich Eschwege, etwa um 1800 mit den Musikanten aus Kofferen beim Karneval in Köln zusammentrafen

Wenn man den Begriff “Eichsfeld” nicht zu eng eingrenzt, kann ich diese Verbindung erhärten:

Mein Ur-Ur-Ur-Großvater, der “kunsterfahrene Musico und Hautboist beim Prinz Clemens Infanterie-Regiment” Johann Bernhard Hartleb wurde am 3.9.1757 in Greußen/Thüringen geboren, heiratete am 25.4.1784 Johanna Friederice Magdalena Venus in Langensalza und verstarb dort am 14.2.1820. Seine Tochter, meine Ur-Ur-Großmutter, die "Conzertistin und Componistin" Christiane Amalia Hartleb geboren am 7.6.1799 in Langensalza, heiratete am 8.11. 1817 in Düren den in Kofferen geborenen Musiker Johannm Leonhard Krichel, der 10 Jahre später verstarb. Dann heiratete sie den Musiker und Klavierstimmer Josef Hoffmann in Düsseldorf,  wo sie im hohen Alter noch Konzerte gab. Ihren Enkeln und Urenkeln, die in Kofferen wohnten, brachte sie das Geigenspiel bei. Verstorben ist sie am 1.5.1887 in der Sternstraße in Düsseldorf. Sie kam also als junges Mädchen mit den Eichsfelder Musikanten in das Rheinland und sicherlich auch nach Köln.

Mit großer Wahrscheinlichkeit hatten die Eichsfelder Musikanten auch eine Geheimsprache (“Hundeshagener Cochum”, ), der wohl einzelne Wörter entnommen wurden.
Beim Sammeln und Aufzeichnen der Geheimsprachenwörter kamen immerhin 320 Vokabeln zusammen. Die Sprache beschränkt sich allerdings nur auf Substantive, Verben, Adjektive und Zahlwörter, die man in das alltägliche Platt, den ripuarischen Dialekt, einfließen ließ..

Kapelle Hilgers aus Kofferen um 1925

Meine Eltern, 1880 und 1884 in Kofferen geboren und 1921 nach Körrenzig verzogen, benutzten die Musikantensprache noch immer, wenn wir Kinder etwas nicht verstehen sollten. Wie Kinder aber auch die Muttersprache lernen, so lernten wir langsam das Verstehen und Sprechen dieser Sprache. Noch vor etwa 20 Jahren unterhielt ich mich gelegentlich mit meiner um 14 Jahre älteren Schwester in der Musikantensprache.

Zum Dorffest der Freiwilligen Feuerwehr Kofferen am Pfingstsonntag (30. Mai 2004) wurde wieder ein Stück Dorfgeschichte geschrieben. Im Herbst vergangenen Jahres ist eine Fahne aus dem Jahr 1876 wieder aufgetaucht. Diese Fahne war durch den amerikanischen Soldat Earl Peter Hart, der mit dem 407. Infanterieregiment der 102. Infanteriedivision im Februar 1945 an der Rur gekämpft hatte, als Erinnerungs­stück mit in seine Heimat genommen worden. Nach 60 Jahren hat sein Sohn, Earl Albert Hart, sich auf die Suche nach dem Ursprung der Fahne gemacht. Er fand die Internetseite der Freiwilligen Feuerwehr Kofferen und knüpfte Kontakt mit dem Kofferaner Manuel Rodriguez align=justify>Für die Dorfgemeinschaft Kofferen bildete das Dorffest einen würdigen Anlass die Fahne zu übergeben. Morgens wurde ein Festgottesdienst gefeiert und im Anschluss nahmen die Schützenbrüder, Feuerwehr und die Dorfvereine am Schroof Aufstellung. Ortsvorsteher Rudolf Stotz nahm die Fahne aus dem Jahre 1876 durch Earl Albert Hart in Empfang. Er war an die Rur gereist um die Fahne zu übergeben

Foto aus dem Bericht der Zeitung "Stars & Stripes"
Ray Conway / S&S Former GI Manuel Rodriguez, left, and retired Sgt. Maj. Earl Hart, right, bring a flag back to Kofferen, Germany, where they present it to Peter Bongartz, center, a former German soldier who lives in the village.

Selbst die „Stars and Stripes“ berichtete:

War memento returns to owners

KOFFEREN, Germany — This hamlet tucked in the farmland north of Aachen got back a piece of its heritage Sunday thanks to a retired U.S. Army sergeant major who kept his father’s World War II memorabilia

Earl Hart, a former Special Forces soldier who retired in Italy, returned a flag that his father took from the village in 1945. His father, also named Earl, was an Army master sergeant with the 40th Infantry Regiment when it passed through Kofferen Bringing the flag back gave Hart a sense of history, he said.

“It’s brought me closer to the men on both sides,” Hart said. “People are people, Americans and Germans together after nearly 60 years.”

His father found the flag, which belonged to the local war veterans club, in a restaurant. The elder Hart brought it home, where it wound up in a trunk full of war mementos. When his father passed away in 1979, Earl Hart inherited his father’s belongings>On one side of the flag, blood-red lettering across a golden tapestry spells out “With God, for King and Country,” written in fancy German script. A woman, known as Germania, holds a sword and shield, a design meticulously stitched by hand. The opposite side is a crimson banner with gold letters identifying the veterans club of “Cofferen.” When the flag was sewn in 1876, the town was spelled with a Hart eventually tapped into a Web site supported by Manuel Rodriguez, a former GI who lives in Kofferen. Hart and Rodriguez established that the flag belonged to the town and organized its return class>Wolfgang Witkopp, the mayor of nearby Linnich, could not believe Hart worked so hard to find such a small town, he said. “He gave Kofferen a part of its history back,” Witkopp said. “It’s a sign that people who were once in battle are together again.”Before Sunday’s ceremony, Hart showed the flag to Peter Bongartz, who served in the German army during WWII. Bongartz recalled his uncle telling him that the flag was missing. When Hart brought it back, Bongartz kissed the flag and wept, Rodriguez said.

Auszug aus dem Bildband

Linnich mit seinen Ortschaften

Die Kirmes in Kofferen...

...findet jedes Jahr am 2. Wochenende im Juli statt. Einer der Höhepunkte ist die Damenparade dienstags nachts beim Königsball.
Traditionelle Damenparade der Kirmes in Kofferen
Traditionelle Damenparade der Kirmes in Kofferen

Mitglieder der Katholischen Frauengemeinschaft Kofferen...

...zu Gast bei einer Karnevalsveranstaltung in Hottorf. Sie sehen eine "Sackmodenschau" mit Geldsack, Postsack, Kartoffelsack, usw...
Katholische Frauengemeinschaft zu Gast bei einer Karnevalsveranstaltung
Katholische Frauengemeinschaft zu Gast bei einer Karnevalsveranstaltung

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