Theaterfahrten
Seit vielen Jahren werden durch die Verwaltung Fahrten zum Stadttheater Mönchengladbach-Rheydt organisiert. In der Regel werden je Spielzeit 6 bis 10 Veranstaltungen aus den Bereichen Musiktheater, Ballett und Schauspiel angeboten. Viele Bürgerinnen und Bürger nehmen regelmäßig die Gelegenheit zu einem Theaterbesuch wahr.
Wir fahren mit modernen Reisebussen der Fa. Koof, Linnich. Die Abfahrzeiten werden bei Übersendung der Theaterkarten mitgeteilt. Der Preis beträgt je Person und Veranstaltung 25,-- € einschl. Fahrt (Ausnahme: das Kinderstück kostet 16,-- € Fahrpreis pro Person).
Sollten Sie noch Fragen haben, so rufen Sie uns einfach an!
Programm für die Spielzeit 2010/2011:
Buddenbrooks - Schauspiel nach Thomas Mann
Samstag, 13. November 2010, 20.00 Uhr
Die drei Kinder der wohlhabenden Kaufmannsfamilie Buddenbrook - Thomas, Tony und Christian - haben eigentlich eine rosige Zukunft vor sich. Allerdings sind ihr Lebenswandel, die Wahl der Ehepartner oder auch die Entscheidungen hinsichtlich ihrer beruflichen Werdegänge dem strengen Diktat der Firma unterworfen. So muss die verwöhnte Tony gegen ihre Neigung den windigen Kaufmann Grünlich heiraten, der sich als Betrüger entpuppt. Der älteste Sohn Thomas soll die stagnierende Firma leiten und zwingt sich selbst dazu, die Rolle des rücksichtslosen Familienoberhauptes zu spielen. Der hypochondrisch-kränkelnde Christian wiederum sieht sich lieber als Bohèmien, tritt nur ungern in das Familien-Unternehmen ein und ist unfähig, sich den firmeninternen Strukturen unterzuordnen. Der Konflikt zwischen ihm und dem regeltreuen Thomas ist vorprogrammiert, zumal das riesige Vermögen unaufhaltsam zerrinnt...
In seiner 2005 am Thalia Theater Hamburg uraufgeführten Bühnenfassung verdichtet John von Düffel Thomas Manns nobelpreisgekrönten Familienroman zu einer spannenden Beschreibung des dreifachen Scheiterns der Geschwister. Anhand der Unfähigkeit der drei Protagonisten, ihre Lebensplanung am Firmenimperativ der Vermögensmehrung zu orientieren, zeigt Buddenbrooks den Verfall einer ganzen Familie.
Prinz Rama - Kinderballett von Robert North
Sonntag, 14. November 2010 - 15.00 Uhr
(Premiere)
Ballett von Robert North und Christopher Benstead
Musik von N.N.
Choreografie: Robert North
Bühne und Kostüme: Monia Torchia
Dramaturgie: Regina Härtling
Prinz Rama, seine Frau Sita und sein Bruder Lakshmana leben in Glück und Eintracht miteinander, bis plötzlich es eines Tages der Dämonenkönig Ravana die schöne Sita raubt. Doch mit Hilfe des Affenkönigs Hanuman und seiner Affenarmee gelingt es Rama und Lakshmana die Spur des Entführers aufzunehmen und ihn zu verfolgen. Über Land und Meer führt sie ihre lange und abenteuerliche Reise nach Lanka, wo Ravana Sita in seinem Palast gefangen hält. Als Kundschafter schleicht sich Hanuman heimlich in die Stadt und begibt sich damit in große Gefahr?
Wird es Rama und seinen Freunden gelingen, Sita zu befreien?
Die Geschichte um Prinz Rama basiert auf dem indischen Nationalepos Ramayana und ist voller Geheimnisse: Menschen und Tiere, Naturkräfte, Dämonen und Götter sind hier die Protagonisten eines fortwährenden Kampfes zwischen Gut und Böse. Dabei geht es vor allem darum, sich von Weisheit, Ehrlichkeit, Liebe und Respekt vor der Natur und allen lebenden Wesen leiten zu lassen.
Für die phantasievolle choreografische Inszenierung von Robert North, die sich für Kinder ab sechs Jahren eignet, schuf Christopher Benstead das musikalische Fundament: Über 80 verschiedene Instrumente aus aller Welt kommen darin zum Einsatz. Die daraus entstehende spannungsreiche Kombination aus exotischen Klangfarben und Melodik mit rhythmischem 'Drive' wirkt märchenhaft und zeitgemäß zugleich. Dabei sind die vier Musiker, die das umfangreiche Schlagwerk-Instrumentarium bedienen und ein Saxophonist, der auch noch viele andere Instrumente spielt, in das szenische Geschehen ebenso integriert wie der Erzähler, der Ramas Abenteuer kommentierend begleitet.
Deutschland, ein Wintermärchen - Lesung von Heinrich Heine
Sonntag, 19. Dezember 2010, 19.30 Uhr
Heines Deutschland-Satire gehört zu den schärfsten Polemiken, die er gegen das restaurative, in zahlreiche Kleinstaaten zerfallene Vaterland schrieb. Alles, was "den Deutschen lieb und wert" war - militanter Nationalismus, Mittelalterschwärmerei oder auch das Festhalten am provinziellen Denken - ist Zielscheibe seines Spottes.
Wenn Michael Grosse in die Rolle des erzählenden Heinrich Heine schlüpft, wirkt dieser Text mit seiner feinen Ironie und den Zynismen, seiner hellsichtigen politischen Analyse und dem wehmütigen Sentiment so unmittelbar, dass Heine uns fast als Zeitgenosse erscheint.
Me and my Girl - Musical von Arthur Rose
Sonntag, 16. Januar 2011, 18.00 Uhr
Musical in zwei Akten
Buch und Gesangstexte von L. Arthur Rose und Douglas Furber
Ins Deutsche übertragen von Mary Millane und Hartmut H. Forche
Deutsche Liedtexte von Joachim Carl
Musik von Noel Gay (1898 -1954)
Bill Snibson ist sprachlos, als er erfährt, dass er der uneheliche Sohn des eben verstorbenen Earl von Hareford, und: Millionenerbe ist. Für einen Bewohner des Londoner lower-class Stadtteils Lambeth, der sich durch Gelegenheitsjobs und Langfingerei über Wasser hält, kommt das denkbar überraschend. Das Testament beinhaltet allerdings die Klausel, dass Bill ausreichende Würdigkeit für diese Position attestiert werden muss, bevor er das Erbe antreten kann. Bills Tante, die Herzogin von Dene, ist wild entschlossen, dass ihr Neffe zum Lord taugt. Und los geht's mit der kulturellen Umerziehung à la My fair Lady. Bill durchmischt den ehrwürdigen Familiensitz von Hareford mit Cockney-Reimen und unadeligem Benehmen. Da gibt es allerdings noch ein weiteres Problem. Bills Mädchen Sally ist für einen waschechten Earl natürlich nicht (mehr) die passende Partie. Bevor Bill sowohl das Geld als auch "Earline Sally" sein Eigen nennen darf, muss noch einiges Wasser die Themse hinunter fließen.
In der Show "Twenty to One" des englischen Autorenduos Rose/Furber erschien 1935 erstmals die Figur des Bill Snibson auf der Bildfläche. Er wurde zum Inbegriff des einfachen Mannes, der erfolgreich gegen die "Feine Gesellschaft" kämpft. Bill Snibson-Puppen und Bill Snibson-Witze waren schwer "in". Nur zwei Jahre später entstand das Musical "Me and My Girl". Der Komponist Noel Gay galt als Superstar der Unterhaltungsmusik der 1930er Jahre. Nachdem das Musical durch die Unterbrechung des Zweiten Weltkriegs jahrzehntelang nicht mehr aufgeführt wurde, verhalf Noel Gays Sohn ihm 1985 zur Wiederaufführung und zu Weltruhm.
Zar und Zimmermann - komische Oper von Albert Lortzing
Samstag, 02.April 2011, 20.00 Uhr
Komische Oper in drei Aufzügen
Dichtung und Musik von Albert Lortzing (1801 - 1851)
Im holländischen Hafenstädtchen Saardam gibt es anno 1697 viele Peter. Zwei davon sind Russen: Peter Iwanow ist politischer Deserteur und fürchtet seine Auslieferung; Peter Michaelow ist kein geringerer als der russische Zar, der sich inkognito auf der Werft befindet, um die Techniken des holländischen Schiffsbaus zu erlernen. Die Gerüchte um die Anwesenheit des Zaren führen zu einem erhöhten Aufkommen internationaler Gesandter in der Stadt. Schließlich erhält der tölpelige Bürgermeister van Bett den Auftrag, den Zaren ausfindig zu machen. Beinahe überflüssig, zu erwähnen, dass er natürlich auf die falsche Fährte gerät und den Zimmergesellen für den Zaren hält. Startschuss für eine turbulente Verwechslungskomödie, bei der natürlich auch eine zarte Liebesromanze nicht fehlen darf.
Albert Lortzing hat sich, ebenso wie zahlreiche andere Zeitgenossen, der realen Begebenheit von Zar Peters Aufenthalt in Saardam bedient und daraus eine Komische Oper "geflickt", die 1837 am Leipziger Stadttheater zur Uraufführung kam. Als Dichter, Komponist und Sänger in Personalunion schrieb er mit dem Singspiel "Zar und Zimmermann" eine der erfolgreichsten deutschen Opern der Biedermeierzeit. "Lebe wohl, mein flandrisch Mädchen", das berühmte Zarenlied "Sonst spielt? ich mit Scepter", van Betts parodistische "Singschule" oder der beliebte Holzschuhtanz sind die Gassenhauer der Zeit und auch heute noch richtige Ohrwürmer. Dass bei aller Komik auch die politische Ebene - Herrscherkritik und die Schilderung der Volkssehnsucht nach einem gerechten Oberhaupt - nicht zu kurz kommen, macht die zusätzliche Qualität dieser "Vormärzoperette" aus.
Der Gast - Schauspiel von David Pharao
Samstag, 11. Juni 2011, 20.00 Uhr
Regie: Ali Samadi Ahadi
Bühne und Kostüme: Dietrich von Grebmer
Dramaturgie: Martin Vöhringer
Für einen Job würde Gérard mit seiner Gattin Colette um die halbe Welt reisen. Er ist seit drei Jahren arbeitslos, 52 Jahre alt und mit seinen Hoffnungen ziemlich am Ende. Wider Erwarten hat er plötzlich doch Aussicht auf eine Anstellung. Die letzte Hürde ist lediglich ein Abendessen mit dem zukünftigen Chef. Allerdings zuhause bei Gérard und Colette! Der freundliche Nachbar Alexandre wittert eine perfide Falle. An einem solchen Abend dürfe man sich nicht die kleinste Blöße geben. Großzügig bietet Alexandre seine Hilfe an - Imageberatung ist schließlich sein Metier. In einer Hauruck-Aktion versucht nun der Nachbar, aus dem bieder gestrickten Paar zwei weltgewandte Gastgeber zu machen. Und weil Colette am Herd eine Niete ist, bereitet Alexandre selbst ein Menü zu. Voilà, der Gast kann kommen.
Die Komödie Der Gast ( L' Invité) von David Pharao war in Frankreich ein Publikumsrenner und wurde 2004 mit dem Prix Molière ausgezeichnet. Sie ist nicht nur gespickt mit rasanten, humorvollen Dialogen und verblüffenden Wendungen, sondern erscheint zugleich auch als eine Art Kabinettstück über unsere heutige Zeit der 'Flexibilität', wenn es auf amüsante Weise darum geht, was man für einen Job alles bereit ist zu tun.
Der im Iran geborenen deutsche Regisseur Ali Samadi Ahadi wurde 2005 durch seinen preisgekrönten Dokumentarfilm "Lost Children" bekannt. Im Sommer 2009 lief sein Spielfilm "Salami Aleikum" zu dem er auch das Drehbuch schrieb mit großem Erfolg im Kino und wurde mit dem Preis der deutschen Filmkritik für den besten Debütspielfilm ausgezeichnet.
Sein neuestes Projekt ist "The Green Wave", ein Dokumentarfilm über die iranische Protestbewegung des Sommers 2009.
Fado (Uraufführung) - Ballet von Robert North
Samstag, 16. Juli 2011, 20.00 Uhr
Ballett von Robert North
Musik von Mariza, Madredeus, Amiliá Rodrigeus, u.a.
Fado leitet sich ab vom lateinischen fatum (Schicksal) und ist zugleich ein portugiesischer Musikstil und Ausdruck eines bestimmten Lebensgefühls: In ihm spiegelt sich die Seele Portugals wider. Entstanden in den Kneipen der Armenviertel von Lissabon erzählen die Fado-Gesänge von unglücklicher Liebe, sozialen Missständen oder der Sehnsucht nach besseren Zeiten. Wer sie vorträgt wird immer von einer portugiesischen Gitarre begleitet, häufig auch noch von einer Bassgitarre. Im heutigen Fado Professional kommen oftmals sogar weitere Instrumente hinzu.
Die Grundstimmung der Lieder ist meist schwermütig und melancholisch.
Im Mittelpunkt des Balletts Fado steht das Schicksal der ersten, noch bekannten Fado-Sängerin Maria Severa (1820-26). Ihre Mutter mit dem Spitznamen "die Bärtige" besaß in Lissabon eine Taverne. Nachdem Marias große Liebe, ein Matrose, auf See ums Leben kam, tröstete sie sich mit zahlreichen Liebhabern und wurde für die Männer - wie die Figur der Carmen - zu einer Femme fatale. Maria sang in Tavernen und spielte auch die portugiesische Gitarre. Die Tragik, die sie trotz ihrer zahlreichen Liebschaften in sich trug, befähigte sie wohl zu einer besonders ausdrucksstarken Interpretation: In nur wenigen Jahren machte sie den Fado in Lissabon berühmt.
Robert North verknüpft die Lebensgeschichte Maria Severas mit der Entwicklung des Fado vom Anfang bis zur Gegenwart. So wird u. a. Musik von Amália Rodrigues zu hören sein, die im 20. Jahrhundert die portugiesische Kultur entscheidend geprägt hat, aber auch von heutigen Interpreten wie z.B. Mariza und der Gruppe Madredeus.
Downloads: Formular Kartenbestellung
-
Kartenbestellung
(pdf-Datei / 26.56 KB)



